Pastor Joseph Meyers, geboren am 3. Oktober 1931 in Eupen, am 8. Dezember 1956 im Dom zu Limburg zum Priester geweiht, ist am Freitag, dem 18. November 2022 im Alter von 91 Jahren in Ouagadougou (Burkina Faso), wo er seinen Lebensabend verbrachte, verstorben.
L’abbé Joseph Meyers, né le 3 octobre 1931 à Eupen, ordonné prêtre le 8 décembre 1956 dans la cathédrale de Limburg, est décédé le vendredi 18 novembre 2022 à l’âge de 91 ans à Ouagadougou (Burkina Faso), où il a passé la fin de sa vie. 
Le programme des obsèques qui auront lieu le mercredi 30 novembre 2022:
– 7h00: Levée du corps à la Morgue de l’Hôpital de Bogodogo
– 9h00: Messe d’absoute à l’église de Kamboinsin, sur la route de Pabré. 
– 11h00: Inhumation à Bendatoega (après Kamboinsin, continuer vers Pabré et au niveau de la voie de contournement, prendre sur la gauche).

Im vergangenen Jahr blickte er auf 90 Lebensjahre zurück. In den 1950er-Jahren kam der Verstorbene über die Osterpriesterhilfe nach Königstein und wurde vor 66 Jahren, am 8. Dezember 1956, im Dom zu Limburg zum Priester geweiht.

Er wurde Kaplan und Pfarrer in mehreren Gemeinden im Westerwald, blieb aber weiterhin als Diözesanpriester im Bistum Lüttich inkardiniert. Zunächst als Praktikant in Unterliederbach tätig, wurde er am 6. April 1957 Kaplan in Oberlahnstein und anschließend im März 1960 in Siershahn (Westerwald/Rheinland-Pfalz), im April 1961 in Bad Schwalbach und im Mai 1962 in Montabaur. Im Juli 1965 übernahm er das Amt des Pfarrers in Marienrachdorf und ging im August 1976 als Pfarrer nach Siershahn. In der Zeit von 1976 bis 1982 war er zudem Pfarrverwalter in Helferskirchen.

1971 erhielt seine Pfarre eine bedeutende Erbschaft. Zu dieser Zeit herrschte in der Sahel-Zone eine große Hungersnot, und nach Gesprächen mit Misereor kam er zu dem Schluss, dass das Geld in Togo gut angelegt sei. Statt dieses aber einfach zu überweisen, machte er sich vor Ort ein Bild von dem Elend. Einem Bischof im nördlichen Teil des Landes, an der Grenze zu Burkina Faso, händigte er die Erbschaft aus. Auf der Rückfahrt besuchte er seinen Mitbruder in der Hauptstadt Lomé, wo er die Ordensfrau Jeannine kennenlernte, die zu dieser Zeit die Not vor Ort bekämpfte, und sicherte ihr seine Hilfe zu, obwohl das geerbte Geld bereits verplant war. Duch die Spendenbereitschaft in seinem Wirkungsort Siershahn folgten daraufhin Hilfspakete auf Pakete. Und in ihm wuschs der Wunsch selbst vor Ort aktiv zu werden.
Doch der Bischof von Limburg lehnte 1979 ein erstes Gesuch ab. So wandte er sich an seinen „Heimatbischof“ Wilhelm-Maria Van Zuylen in Lüttich, der ihn aufgrund des Priestermangels liebend gerne im Bistum Lüttich gesehen hätte, ihm aber den Weg nach Lomé nicht verbaute, sodass Joseph Meyers im Mai 1982 auf den afrikanischen Kontinent übersiedeln konnte. Dort baute er ein großes Heim für Straßenkinder auf, um diese aus ihren schwierigen Lebensverhältnissen herauszuholen.

Als 1991 die Revolution in Togo ausbrach, erkrankte Pater Meyers an Malaria, sodass er zur ärztlichen Behandlung nach Europa zurückmusste, wo er über zwei Monate hospitalisiert wurde. Nach einem halben Jahr kehrte er nach Togo zurück und fand sein Kinderheim mit den anliegenden Gebäuden ausgeraubt und von der Staatsmacht besetzt wieder. Wenn der Zugang zur Gesundheitsversorgung einfacher wäre, wäre er lieber heute als morgen wieder in Afrika aktiv geworden: “Die Lebensart ist eine ganz andere. Die Freude über einfache Dinge ist viel größer, der Egoismus noch lange nicht so ausgeprägt. Und ich vermisse die Kinder.
Vier Jahre danach baute er in der Sklavenhochburg Ouidah, an der Grenze zwischen Togo und Benin, ein neues Kinderheim auf, wo er bis 2004 wirkte. Auf Grund von gesundheitlichen Problemen kehrte er im Dezember 2004 nach Eupen zurück, wo er im Katharinenstift von Astenet wohnte. Wenige Monate später kehrte er wieder nach Ouagadougou in Burkina Faso zurück, um im Kreise einer afrakanischen Familie seinen Lebensabend zu verbringen.

Aber auch danach hat er weiterhin aus der Ferne das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Ostbelgien mit viel Interesse verfolgt. „Wenn es sein muss, werde ich mich mit dem einen oder anderen Leserbrief zurückmelden“, war seine feste Überzeugung. Über das Internet hat er bis zuletzt den Kontakt mit seiner ostbelgischen Heimat aufrechterhalten. Zeitlebens hat er darunter gelitten, dass manche Vertreter der Kirche es noch immer nicht verstanden haben, die Kirche zur Welt hin zu öffnen. „Es geht einfach nicht, wenn die Kirche in Afrika europäisch auftritt. Nur als afrikanische Kirche unter Afrikanern kann sie die Botschaft authentisch und verständlich vermitteln. Auch leide ich darunter, dass sich manche Kirchenvertreter als Herren der Welt aufspielen, ganz im Widerspruch zur Person Jesu.“

Lothar KLINGES – Grenz Echo