Zwischen Hochwasser und Mission

 

Liebe Brüder und Schwestern,

Hochwasserschaden am Sankt-Josef-Pfarrhaus, Eupen – (c) G. Koch

Die Überschwemmungen im Juli 2021 in unserem Bistum haben Narben hinterlassen und prägen noch immer unsere Bevölkerung. Dieses katastrophale Hochwasser verursachte großes Leid und forderte viele Opfer. Wir haben für die Verstorbenen gebetet und gedenken im Gebet ihrer Familien und Angehörigen.

Wir beten zu Gott für die Geschädigten, deren Häuser in Mitleidenschaft gezogen wurden. Viele haben ihren Besitz und die Dinge, die ihnen am Herzen liegen, verloren. Wir alle wurden während dieses endlosen Regens, der unsere Region und unser Land heimgesucht hat, von Angst und Besorgnis erfasst. Wir danken unseren Behörden von ganzem Herzen, die ihr Möglichstes tun, um allen zu helfen. Sie verfügten wegen der Gewalt der Naturelemente nur über begrenzte Mittel; es bleibt noch viel zu tun, damit jedes Katastrophenopfer ein angemessenes Zuhause findet.

Wir danken allen Freiwilligen, die sich für ihre Nächsten eingesetzt haben. Für Bedürftige wurden Pfarrräume oder Kirchen zur Verfügung gestellt. Leider wurden viele Kirchen ebenfalls überflutet. Die Dechanten der betroffenen Regionen haben einen Spendenaufruf zugunsten der Opfer gestartet. Ihnen, ebenso wie den Vinzenzvereinen, Caritas Secours und den Sozialdiensten, danke ich für ihre Initiative. Ich danke auch den Pfarrern der betroffenen Pfarrverbände für ihren unermüdlichen Einsatz, dessen Zeuge ich während meiner Besuche und meinen Gesprächen mit Betroffenen in den Katastrophengebieten sein durfte.

Natur erleben während dem Einkehrwochenende “Etre de relations” Ende Juli in Wavreumont – (c) J. Lesne

Wir stellen fest, dass der Klimawandel nicht nur extreme Gebiete wie Wüsten, heiße Länder oder die Polkappen betrifft; sondern auch uns, und zwar so sehr, dass manche die Überschwemmungen als Tsunami bezeichnen. Das zeigt auch die Corona-Pandemie, die noch nicht überwunden ist und unsere Begegnungen weiter einschränkt. Deshalb ist es wichtiger denn je, sich für Ökologie und Klimagleichgewicht einzusetzen. Der Monat September wird diesem Thema gewidmet sein. Die Diözese Lüttich hat ein Vademekum erstellt, das jedem Pfarrverband helfen soll, sich mit diesem Thema zu befassen und sich durch konkrete Maßnahmen für den ökologischen Wandel einzusetzen. Ich danke Joaquim Lesne, der dieses Dokument mit Entraide et Fraternité (Miteinander Teilen) vorbereitet hat.

Im September werden wir auch den Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Kathedrale und die Einweihung ihres neuen Portals feiern. Am 16. findet eine öffentliche Sitzung statt, und am 17. ein Gottesdienst zum Lambertusfest, sowie die Einweihung des Portals, gefolgt von einem Treffen der Mitglieder des Unterstützungskomitees der Sankt-Lambertus-Stiftung.

Auf Wunsch des Papstes werden wir uns an der Vorbereitung der Bischofssynode 2023 zum Thema Synodalität beteiligen. Jede christliche Gemeinschaft ist eingeladen, einen Fragebogen zu beantworten, der vom Heiligen Stuhl verschickt wird und unser Engagement für die Prozesse der Konsultation, der gemeinschaftlichen Unterscheidung und des pastoralen Handelns betrifft. Auf diese Weise werden wir in der Lage sein, zusammenzustehen, um bei der Bezeugung des Glaubens und bei der Weitergabe des Evangeliums, das der Herr uns anvertraut hat, wirksamer zu sein. Der 17. Oktober wird der Starttag dieser Dynamik sein.

Im Vertrauen auf die Zukunft und die Unterstützung durch die Gnade Gottes wünsche ich allen, dass sie mit Glauben und Intensität in dieses neue Pastoraljahr starten.

† Jean-Pierre Delville, Ihr Bischof