Jahreszeit der Schöpfung und missionarischer Auftrag

Liebe Brüder und Schwestern,

September und Oktober lassen uns das neue Pastoraljahr mit Volldampf beginnen! September wegen der ökologischen Thematik, Oktober wegen der Weltmission!

Papst Franziskus empfahl, den 1. September zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung zu erklären und den Monat September als eine „Jahreszeit der Schöpfung“ zu betrachten, die sich bis zum Fest des heiligen Franziskus am 4. Oktober erstreckt. Aus diesem Grund haben die belgischen Bischöfe am 10. Juli einen Brief veröffentlicht mit dem Titel: „Eine Jahreszeit der Schöpfung: Eine Zukunft schaffen für die Erde und alle ihre Bewohner“ (verfügbar auf der Website von Cathobel). Sie laden uns ein, die ökologischen Probleme ernst zu nehmen und uns diesbezüglich zu engagieren.

Die Klimaerwärmung ist eine Tatsache: denken wir an die Hitzewellen dieses Sommers. Wir stellen fest, dass viele Tier- und Pflanzenarten unsres Planeten vom Aussterben bedroht sind. Mutige und ambitionierte Pläne, das Klima zu retten, sind nötig, sowohl in unserem Land wie auch in der Europäischen Union, um das Leben der jetzigen und zukünftigen Generationen zu retten. „Selbst wenn die Zeit abläuft, können wir immer noch aus der Spirale des Todes herauskommen, die unsere Welt aufsaugt. Die Zeit für eine Neu-Schöpfung ist unsere Chance, diese anspruchsvolle Perspektive zu unterstützen und eine Zukunft für die Erde und alle ihre Bewohner zu schaffen.“ Ich lade die Pfarrverbände und andere christliche Gruppen ein, diese Themen in der Gruppe zu behandeln und die für diesen Zweck vorbereiteten Werkmaterialien zu benutzen, vor allem den Gottesdienst, der von der Gruppe Chrétiens en Transition des Bistums Lüttich, mit Unterstützung von Miteinander Teilen, ausgearbeitet wurde.

Das bringt uns zum Thema der Mission. Ab dem 17. September, Fest des heiligen Lambertus, steht sie auf dem Programm unseres Bistums. An diesem Tag, während der Messe um 18 Uhr in der Kathedrale, wird das Unterstützungskomitee der Sankt-Lambertus-Stiftung öffentlich vorgestellt. Diese Stiftung möchte die Verbreitung des christlichen Glaubens vor allem bei den jungen Menschen fördern und die religiösen Kulturgüter Lüttichs zur Geltung bringen. Tatsächlich basiert die Zukunft des Glaubens auf der christlichen Erfahrung, die auch in der hiesigen Kultur verankert ist. Die Stiftung möchte diese Weitergabe des Glaubens durch Spendenaktionen fördern (Sankt-Lambertus-Stiftung, BE32 3631 8039 6802).

Papst Franziskus hat den Oktober zum „außergewöhnlichen Missionsmonat“ erklärt, ausgehend vom hundertjährigen Jubiläum der Missionsenzyklika von Benedikt XV, die 1919 veröffentlicht wurde: Maximum illud. Ihr ist es zu verdanken, dass sich zahlreiche Ortskirchen außerhalb Europas entwickeln konnten. Missio lädt uns ein, selber missionarisch tätig zu werden, indem wir uns vom Thema „Getauft und ausgesandt“ inspirieren lassen. Deshalb werde ich am 6. Oktober eine Messe in der Kathedrale feiern, und ich lade jede Christgemeinde ein, während diesem Monat Oktober eine konkrete missionarische Initiative zu ergreifen.

Bereits letzten August habe ich diese missionarische Dimension bei der Diözesanpilgerfahrt nach Lourdes mit fast 1.000 Teilnehmern entdeckt. In diesem Jahr wurde sie von Caroline Werbrouck, Diözesanbeauftragte für die Gesundheit, und Xavier Lambrecht, verantwortlich für die Seelsorge im Gefängnis von Lantin, geleitet. Die Lütticher Wallfahrt wurde von Baudouin Charpentier und seinem Team organisiert. Viele neue Pilger haben daran teilgenommen. Dies zeigt, dass die Pilgerfahrt eine außergewöhnliche kirchliche Erfahrung ist.

Im Rahmen dieser Missionsthematik werde ich sehr bald einen Hirtenbrief veröffentlichen, in dem ich die Situation der Kirche von heute bewerten und uns einladen möchte, in neuen Formen von unserem Glauben Zeugnis abzulegen.

In diesem Sinne wünsche ich allen, dieses neue Pastoraljahr mit Freude und Intensität beginnen zu können, mit der Überzeugung, dass die Verkündigung des Evangeliums der Menschheit eine glückliche Zukunft verheißt.

+Jean-Pierre Delville, Ihr Bischof