Eine doppelte Einladung zur Mission

Liebe Brüder und Schwestern,

Das Herz voller sommerlicher Erinnerungen, befinden wir uns nun wieder am Beginn eines neuen Pastoraljahres. Unsere Urlaubserlebnisse können unser pastorales Jahr nähren. So gehen zwei missionarische Erfahrungen im Sommer zwei Missionsinitiativen im Herbst voraus.
Zwei missionarische Erfahrungen: Philippinen und Pilgerreise nach Lourdes

Ich persönlich hatte Gelegenheit, eine Reise auf die Philippinen zu unternehmen, die von Miteinander Teilen (deren Referendarbischof ich bin) organisiert wurde, um die Fastenaktion von 2019 vorzubereiten. Ich konnte so dieses Land, seine Bedürfnisse und Erfolge zusammen mit Herrn Angelo Simonazzi, scheidender Generalsekretär von Miteinander Teilen, entdecken. Die Armut in diesem 103 Millionen Einwohner zählenden Land ist weiterhin sehr hoch. In der Hauptstadt Manila, die 24 Millionen Einwohner zählt, findet man unzählige Wolkenkratzer in Nachbarschaft mit den Slums. Ich durfte die Verantwortlichen der nationalen Caritasorganisation und die Bischöfe treffen, die zu einem jährlichen Einkehrwochenende der Bischofskonferenz zusammenkamen. Die katholische Kirche ist in diesem Land sehr aktiv und die Bevölkerung ist überwiegend christlich. Viele sind in die ganze Welt ausgewandert; diese räumliche Distanz bedeutet ein Opfer für die Familien; Verbände helfen und unterstützen sie.

Mgr Delville avec les indègens devant une maison locale à Cotabato

Ich besuchte die Entwicklungsprojekte auf der Insel Mindanao, die wir für die Fastenzeit unterstützen. Mindanao ist größer als Belgien; charakteristisch sind der große muslimische Bevölkerungsanteil und die große Zahl an Ureinwohnern. Durch ein Abkommen, das am 23. Juli 2018 im philippinischen Parlament unterzeichnet wurde, erhalten diese Regionen eine gewisse Autonomie im Bundesstaat. Wir konnten an Treffen mit Muslimen und mit indigenen Völkern teilnehmen. Organisationen, die durch Miteinander Teilen unterstützt werden, tragen zu diesen lokalen Dialogen bei.

Wir haben auch ökologische Landwirtschaftsprojekte besucht, die mit organischen Düngemitteln arbeiten. Diese von Miteinander Teilen unterstützten Projekte werden vor Ort von Modellbetrieben und motivierten Landwirten gefördert. Bürgerorganisationen fördern auch die Agrarreform und erlauben den Bauern, ihr Land zu besitzen.

Schließlich besuchten wir die Fischer der Küstenregion, die sich für ökologischen Fischfang und für den Schutz der Küsten vor Erosion durch die Bepflanzung der Strände und Dünen mit Mangrovenbäumen einsetzen. Die Verantwortlichen dieser Aktionen freuten sich, ihre belgischen Partner besser kennen zu lernen. Einige von ihnen werden während der nächsten Fastenzeit nach Belgien kommen und von ihrer Arbeit berichten. Sie werden auch Zeugnis von ihrem Glauben ablegen und uns so zur Mission anregen.

Messe d’envoi à Lourdes – © Diocèse de Liège

Im August nahm ich an der Diözesanwallfahrt nach Lourdes mit beinahe 1000 Pilgern teil. In diesem Jahr war Eric Ndeze, Kaplan der Diözesanjugendseelsorge, der Hauptredner. Sie wurde von Bischofsvikar Baudouin Charpentier und dem gesamten Team der Diözesanpilgerfahrt organisiert. Viele neue Pilger nahmen daran teil und demonstrierten auf diese Weise, dass diese Wallfahrt eine außergewöhnliche Erfahrung von Kirche ist.

Zwei Initiativen: St.-Lambertus-Stiftung – mein Aufruf zum ständigen Diakonat

Dieser missionarische Prozess wird durch zwei neue Initiativen in unserer Diözese gefördert. Am 17. September, am Fest des heiligen Lambertus, möchte ich die Gründungsurkunde einer Sankt-Lambertus-Stiftung unterzeichnen. Dadurch soll die Weitergabe des christlichen Glaubens insbesondere an junge Menschen und das religiöse und kulturelle Erbe im Bistum gefördert werden. In der Tat basiert die Zukunft des Glaubens auf der christlichen Erfahrung, die in unserer lokalen Kultur verwurzelt ist. Die Stiftung soll diese Glaubensvermittlung durch die Beschaffung von finanziellen Mitteln für diesen Zweck anregen und wird somit die weiterhin prekäre Finanzsituation des Bistums Lüttich entlasten, indem sie den Bereich der Glaubensvermittlung übernimmt und ihn mit neuen Ideen bereichert. Jeder, der möchte, ist eingeladen, an dieser Stiftung teilzunehmen. Weitere Informationen folgen!

Guy Schyns dernier diacre permanent en date – © Diocèse de Liège

Die zweite Initiative wurde von der Kommission für das ständige Diakonat vorgeschlagen. Diese Kommission hat sich der Förderung des Diakonats, eine der Stärken unseres Bistums, verschrieben. Im September finden übrigens zwei Diakonweihen statt: Christian Remy wird am 9. September um 15.00 Uhr in der Kathedrale von Lüttich zum ständigen Diakon geweiht und Yves Tchoumoudi wird am 30. September um 15.00 Uhr in der Ortskirche von Ouffet zum Diakon im Hinblick auf die Priesterweihe geweiht. Mehrere Kandidaten zum ständigen Diakonat befinden sich in der Vorbereitungsphase. Allerdings könnte der Ruf zum Diakonat durch die Bistumskirche noch intensiviert werden. Aus diesem Grund habe ich einen Brief vorbereitet, um unsere Gemeinschaften vor Ort für die Berufung zum Diakonat zu sensibilisieren. Dieses Schreiben mit dem Titel Die Berufung der Diakone – von St. Stephan bis in die heutige Zeit wird am 1. Oktober zu Beginn des Monats der Weltmissionen veröffentlicht werden. Es wird Anregungen für die christlichen Gemeinschaften und ihre Hirten enthalten, um in ihren Reihen Berufungen zum Diakonat zu erkennen, zu ermutigen und zu begleiten.

Durch den Ruf zum Dienst und die Sorge um die Weitergabe des Glaubens antworten wir also auf Christus, der uns aufruft, sein Wort zu verbreiten, Frieden zu schaffen und seine Kirche aufzubauen. Wir werden auch mit den Synodenvätern im Gebet vereint sein, die im Oktober an der Synode über junge Menschen in Rom teilnehmen. In diesem Sinne, überzeugt davon, dass die Verkündigung des Evangeliums der Menschheit eine glückliche Zukunft eröffnet, wünsche ich allen, mit Freude und Intensität dieses neue Pastoraljahr beginnen zu können.

Jean-Pierre DELVILLE, ihr Bischof