Vom Blutbad zur Hoffnung

Liebe Brüder und Schwestern in der Diözese Lüttich,

Zu Beginn dieses Sommers sind wir wieder in der Ferienzeit angekommen! Wir ändern unseren Lebensrhythmus! Wir können uns intensiver unseren Hobbys und Bekannten widmen! Es ist auch ein Moment für bestimmte Entdeckungen bei unseren Reisen und Reiseberichten. Möge diese Zeit Ihnen die Gelegenheit geben, Ihren Geist wiederzubeleben!

«Même si nous rencontrons des difficultés dans notre engagement de tous les jours, notre foi nous fait le don de l’espoir qui nous porte pour continuer à la faire re-vivre sans désespérer» (Mgr Jean-Pierre Delville lors de la rencontre avec le conseil pastoral (Seelsorgerat) en mai 2018)

Vorher möchte ich noch kurz auf den Anschlag vom 29. Mai in Lüttich zurückkommen, bei dem zwei Polizistinnen und ein Student getötet wurden. Er soll im Namen des Islam ausgeübt worden sein, aber wenn der Islam als Motivation angeführt wurde, dann deshalb, weil er manipuliert und von Terroristen und gewalttätigen Menschen als Geisel genommen wird. Wir müssen daher dazu beitragen, den Islam von diesen manipulativen und perversen Interpretationen zu befreien, indem wir kontinuierlich den Dialog und die Freundschaft fördern. Glücklicher- weise hat man hier in Lüttich ein Gegenmittel in der Person der Muslimin Darifa Imankaf gefunden, einer heroischen Angestellten der Stadt Lüttich: sie hat es geschafft, den Attentäter durch ein langes Gespräch hinzuhalten und so ein noch größeres Blutbad verhindert.

Ist es nicht die Aufgabe der Christen, Bindungen zwischen Menschen aufzubauen und falsche Urteile zu vermeiden? Sicher fühlen wir uns manchmal überfordert oder hilflos. Aber, wie der heilige Johannes sagt (1. Joh. 3, 19-20): „Und wir werden vor Ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn unser Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles weiß.“ Gott füllt die Lücken unserer Liebe und treibt uns weiter, als wir es für möglich halten.

Schließlich lade ich Sie ein, Dank zu sagen für das Pastoraljahr, das wir gelebt haben. Ich danke dem Herrn persönlich für die stattgefundenen Treffen und die ergriffenen Initiativen. Ich denke an den Rückblick auf meine Pastoralbesuche, den ich dank dem Fastenbrief über den Baum des Lebens machen konnte. Ich denke an die Verkündigung und Verbreitung der Schlussfolgerungen unseres katechetischen Ansatzes für eine erneuerte Katechese; ich denke an die laufenden Arbeiten zu den Kirchenbauten, die durch das Projekt 2020 verdeutlicht werden.

Hauptziel für das kommende Pastoraljahr wird das Engagement für die Jugend sein, im Licht der Resultate der Synode im Oktober und der Schlussfolgerungen der im Bistum Lüttich durchgeführten Umfrage. Schließen wir während dieses Sommers all diese Projekte in unser Gebet ein und arbeiten wir an ihrer Umsetzung.

Wenn Sie das Ausland bereisen, beten Sie bitte in den Kirchen der Länder, die Sie bereisen. Nehmen Sie an den Gottesdiensten teil und lassen Sie sich dort mit guten Ideen bereichern, die Sie dann zu unserer aller Inspiration mit zurückbringen können! Seien Sie aufmerksam!

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Ferienzeit!

† Jean-Pierre DELVILLE, Ihr Bischof