Vom Leid zur Hoffnung

Liebe Brüder und Schwestern,

Am ersten Sonntag des Monats Mai bietet uns Jesus das Gleichnis vom Weinstock als Evangelium an: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht“ (Joh 15, 5). Wir sind eingeladen, durchzuhalten und mit Christus vereint zu sein. Dieser Monat Mai ist besonders: Trotz der Pandemie lädt er uns zu Solidarität und Hoffnung ein.

Eine Möglichkeit sich solidarisch zu zeigen, besteht darin, sich wie Papst Franziskus gegen Covid-19 impfen zu lassen und so zur Immunität der Gesellschaft gegen die Krankheit beizutragen. Zögern Sie also nicht: Der Impfstoff wird nach ethischen Prinzipien hergestellt, wie von der Covid-19-Kommission des Vatikans bestätigt wurde, und hat keine negativen Nebenwirkungen.

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Der Monat Mai ist auch der Marienmonat. Er fordert uns auf, uns an Maria zu wenden. Sie erlebte die Hoffnung, aber zuvor musste sie Leid ertragen. Sie begleitete Jesus bis zum Kreuz. Nicht umsonst wenden wir uns an Maria und sagen: „Bete für uns in der Stunde unseres Todes.“

Maria, Mutter der Kirche, lädt uns zur Solidarität mit Christus ein. Sie blieb mit der christlichen Gemeinschaft verbunden. Am Fuße des Kreuzes erhielt sie eine neue Mutterschaft, als Jesus ihr de geliebten Jünger präsentierte und zu seiner Mutter sagte: „Frau, hier ist dein Sohn“. Seitdem ist Maria für jeden von uns eine Mutter und macht uns zu Brüdern und Schwestern.

In Banneux sagte Maria zu Mariette Beco: „Ich bin die Jungfrau der Armen“. Sie steht den Armen und denen, die zerbrechlich sind, nahe. In dieser Zerbrechlichkeit entdecken wir die Stärke des Glaubens. Zum Zeitpunkt der Erscheinungen spiegelte sich die Zerbrechlichkeit während der Wirtschaftskrise von 1929 in materieller Armut. Heute ist es die Zerbrechlichkeit unserer Gesundheit, die uns Sorgen macht und uns leiden lässt. Aber auch uns sagt die Jungfrau: “Ich bin die Jungfrau der Armen”. Lassen wir uns von ihr willkommen heißen und den Geist empfangen, den sie bei der Verkündigung erhalten hat.

Der Heilige Geist wird in unser Leben eintreten. Lasst uns den Geist Christi empfangen. Lasst uns beten für die jungen Menschen, die unter diesen außergewöhnlichen Umständen gefirmt werden. Betet füreinander!

Möge der Geist von Pfingsten auf jeden von uns herabscheinen!

† Jean-Pierre Delville, Ihr Bischof