Eine Folge des österlichen Urknalls: das Gedenken an Maria, Mutter der Kirche

 

Liebe Brüder und Schwestern,

Wenn Ostern wie der Urknall des christlichen Lebens ist, sind die Feiertage und Sonntage, die folgen, wie der leuchtende Fallout, der sanft unser Land einnimmt, wie die sprühenden Funken beim Schlussakkord eines Feuerwerks. In diesem Jahr, zwischen Himmelfahrt, Pfingsten, Dreifaltigkeit, Fronleichnam und den zahlreichen Firmungen, Erstkommunionen und Taufgelübdeerneuerung, erscheint am Horizont der Osterfeiertage ein neuer Stern, der liturgische Gedenktag der seligsten Jungfrau Maria, Mutter der Kirche, der künftig am Pfingstmontag begangen wird. Die Initiative für diese Feier geht zurück auf Papst Paul VI., der das Zweite Vatikanische Konzil mit der Bezeichnung Mariens als „Mutter der Kirche“, das heißt, „Mutter des ganzen christlichen Volkes“ am 21. November 1964 beschloss. Daraufhin wurde 1975 eine Votivmesse zu Ehren von Maria „Mutter der Kirche“ eingeführt, und Pilgerorte, religiöse Orden oder sogar Länder wie Argentinien haben beschlossen, Maria als „Mutter der Kirche“ zu feiern.

Am 11. Februar 2018 entschied Papst Franziskus, da „diese Hingabe bei Pfarrern, Ordensleuten und Gläubigen das Wachstum des mütterlichen Sinns der Kirche und der wahren marianischen Frömmigkeit begünstigen kann, dass ein Gedenktag an die selige Jungfrau Maria, Mutter der Kirche, am Pfingstmontag in den römischen Kalender eingetragen und jedes Jahr gefeiert wird », wie es im Dekret der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vom 3. März 2018 heißt. Das Evangelium für diese Messe stammt aus dem Johannesevangelium (19, 25-34), wo Christus am Kreuz zu Maria « Frau, siehe, dein Sohn » und zu Johannes « Siehe, deine Mutter » sagt. Dieser Gottesdienst hat den Status eines Pflichtgedenktages und wird eigene Lesungen beinhalten. Für uns in Belgien fällt er gut, weil er eine Lücke füllt: Der Pfingstmontag ist ein gesetzlicher Feiertag, hatte jedoch seit der Liturgiereform keine eigene Messfeier mehr im liturgischen Kalender.

Von jetzt an wird uns das Gedenken an Maria, Mutter der Kirche, ermöglichen, die Verbindung zwischen der Urkirche, den von Maria begleiteten Jüngern und der heutigen Kirche, deren Mutter Maria ist, besser zu gestalten. Dieser Gedenkgottesdienst ermöglicht uns die Aktualisierung der Pfingstereignisse. Außerdem lädt uns diese Feier dazu ein, die mütterliche Seite der Kirche, die die Welt braucht, zu stärken und die Kirche nicht zuerst als Institution erscheinen zu lassen. Sich einer Mutter nahe zu fühlen, ist einzigartig für jeden Menschen. Die Kirche verkörpert diese gelebte Mutterschaft und entwickelt in ihren Gemeinschaften Brüderlichkeit. Es ist daher ein Anreiz für jede Gemeinschaft, diese neue Feier intensiv zu leben und zu verbreiten.

Was mich betrifft, macht es eine glückliche Fügung in meinem Terminkalender möglich, dass ich dieses Fest in Banneux am 21. Mai auf Einladung der Italienischen Gemeinschaft feiere, nachdem ich zuvor die Wallfahrtssaison am 1. Mai eröffnet habe. Selbstverständlich sind das keine Gottesdienste in geschlossener Gesellschaft. Sie stehen jedem offen – wie das Pfingstfest!

Ich wünsche Ihnen also frohe Pfingsten und ein frohes Fest Maria, Mutter der Kirche!

Möge Maria uns beschützen und uns in dieser oft erschütterten Welt leiten; möge sie mehr denn je die Jungfrau der Armen und die Mutter der Kirche sein!

+ Jean-Pierre DELVILLE, Ihr Bischof