Ein Baum, in dem die Vögel nisten

Liebe Schwestern und Brüder,

Ihnen allen zunächst ein frohes und glückliches neues Jahr 2019!

Ich wünsche unserem Bistum, im neuen Jahr all die Projekte zu verinnerlichen, die 2018 ins Leben gerufen wurden: die Erneuerung der Katechese, die Konzertierung bezüglich der Zukunft der Kirchengebäude, wie im Projekt 2020 beschrieben, der Slogan „Wagen wir 20 %!“ der Baustelle Pfarren. Jede dieser Initiativen lädt uns ein zu Begegnungen, Gemeinschaftsbildung, gemeinsamem Gebet und Zeugnis. Ich denke, dass es für unsere Kirche vorrangig ist, diese Dimension des Zeugnisses zu leben.

Sicher hätten manche von uns Grund zur Mutlosigkeit wegen der Kritik an der Kirche oder wegen ihrer Unzulänglichkeiten. Die Fälle von Kindesmissbrauch in den Nachbarländern hat auch negative Konsequenzen für die öffentliche Meinung bei uns; die Bedrohungen, denen der Religionsunterricht in der Wallonie ausgesetzt ist, könnten uns entmutigen; die Schwierigkeit, als Christ in der Welt von heute zu leben, könnte uns lähmen. Dennoch ist in all diesen täglichen Wirren der Heilige Geist am Werk; er lädt uns ein, den Glauben weiterzugeben.

Im November erschien der erste Jahresbericht der katholischen Kirche in Belgien (http://newsletter.cathobel.be/181120/2018_Rapport_annuel_Eglise.pdf). Er zeigt viele unbekannte Gesichter unserer Kirche und zeugt von ihrer Lebendigkeit . In diesen Tagen erscheint auch das neue Jahrbuch des Bistums Lüttich für 2018-2020; es zeigt uns die vielen Gesichter unseres Bistums und hilft uns dabei, uns besser kennen zu lernen. Auf der Umschlagseite erkennt man den Lebensbaum, von dem ich bereits in der Fastenzeit gesprochen habe. Unsere Ortskirche ist ein Lebensbaum, in dem zahlreiche Vögel nisten (vgl. Lk 13,19). Diese Einladung, uns zu begegnen und Zeugen Christi zu sein, ermutigt uns für dieses neue Jahr, damit wir es heiter, gleichmütig und zuversichtlich erleben und neue Wege zur Verkündigung des Evangeliums entdecken.

Zu Beginn dieses Jahres möchte ich einem jeden von Ihnen ein glückliches Jahr wünschen, in welcher Situation Sie sich auch immer befinden. Wenn wir dem Herrn unsere Armseligkeit anvertrauen, öffnen wir unser Herz für seine Gnade.

Bleiben wir im Geist der Weihnacht, der uns Gott in einem Kind finden lässt, in der Lebenshoffnung, die vom Kleinen und Ärmlichen ausgeht. Weihnachten ist eine neue Geburt, die es uns ermöglicht, das Leben mit Freude und Zuversicht zu durchschreiten. Möge 2019 ein guter Weg für Sie sein!

+ Jean-Pierre DELVILLE, Ihr Bischof