Liebe Brüder und Schwestern im Bistum Lüttich,

Ihnen allen ein frohes und gesundes neues Jahr 2018 !

Zu Beginn des Jahres möchte ich der neuen Formel von Eglise de Liège, in Verbindung mit der Wochenzeitung Dimanche, viel Glück wünschen. Ich hoffe, dass diese Initiative den Kreis unserer Leser erweitern wird!

Ich möchte auch das Thema der Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen hervorheben. Dieses Thema steht im Mittelpunkt des Christentums, woran uns die Evangelientexte, die wir in dieser Weihnachtszeit lesen, erinnern. Jesus lebte tatsächlich in seiner Kindheit im Exil, so der Evangelist Matthäus (Mt 2,13-21). Er wurde von Herodes verfolgt und musste nach Ägypten fliehen. Er blieb dort bis zum Tod des Tyrannen. In der Zwischenzeit ließ Herodes alle kleinen Kinder töten, aus Angst, sein königlicher Rivale könne unter ihnen sein. Diese Episode der Gewalt erinnert uns an die aktuellen Situationen von Gewalt. Wie zur Zeit Jesu müssen Flüchtlinge, die durch Krieg und Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben wurden, anderswo Zuflucht suchen. Manchmal sind es auch wirtschaftliche oder klimatisch bedingte Gründe, die Menschen wegen Nahrungsmangel und Hungersnöten in ihrer Heimat fliehen lassen.

© AFP PHOTO / ATTILA KISBENEDEK

Gleichzeitig entdecken wir, wie viel die Migranten unseren Ländern bringen können. Zum Beispiel fällt mir auf, wie viele Krankenschwestern oder Pfleger afrikanischer Abstammung in unseren Krankenhäusern arbeiten. In unseren christlichen Gemeinden ist mir auch die Dynamik und Geselligkeit von Gläubigen fremder Herkunft aufgefallen. So entdecken wir, dass Einwanderung nicht nur ein Problem, sondern auch eine Lösung für unser soziales Leben ist.

Papst Franziskus zitiert in seiner Botschaft für den Welttag der Migranten und Flüchtlinge, der am 14. Januar 2018 stattfindet, folgende Bibelpassage: « Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen » (Levitikus 19,34).

Der Papst schlägt vor, dass unsere Antwort auf die Herausforderung der Einwanderung auf vier Verben fußt: aufnehmen, schützen, fördern und integrieren. Jemanden aufzunehmen heißt vor allem, so der Papst, « humanitäre Visa gewähren ». Er möchte, dass « noch mehr Länder die Schirmherrschaft über private und gemeinschaftliche Programme übernehmen und humanitäre Korridore für die am meisten gefährdeten Flüchtlinge öffnen ».

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Belgien hat zugestimmt, diesem Rat zu folgen. Ein Aufnahmekorridor für 150 syrische Flüchtlinge wurde am 22. November geöffnet und wird es Kirchen und nichtchristlichen Religionen erlauben, im Jahr 2018 Flüchtlinge in unserem Land legal aufzunehmen. Die Pfarrverbände oder Gemeinschaften, die es wünschen, können hierzu beitragen, indem sie eine leere Wohnung für ein Jahr anbieten, den Flüchtlingsfamilien eine hilfsbereite Person zur Seite stellen oder finanzielle Unterstützung leisten. Caritas wird bei der Aufnahme helfen und das Vikariat Evangelium und Leben wird die Initiativen koordinieren.

Diesbezüglich hat der Papst eine Liste mit 21 Punkten für die Ausarbeitung der globalen Vereinbarungen vorbereitet, die von der UNO für Flüchtlinge und Migranten für 2018 geplant sind. Er lädt die politischen Vertreter ein, diese Ziele entsprechend zu fördern und lädt uns ein, diese Vertreter zu unterstützen.

Lasst uns im Geist der Weihnacht verbleiben, der uns Gott in einem Kind, in der Hoffnung auf Leben, in den kleinen Dingen und in der Armut entdecken lässt. Weihnachten bedeutet eine neue Geburt, die es uns erlaubt, mit Freude und Zuversicht voranzuschreiten. Alles Gute auf dem Weg durch das Jahr 2018!

+ Jean-Pierre DELVILLE, Ihr Bischof