I. Statistische Angaben
1. Bevölkerung:

Das Gebiet des Bistums ist deckungsgleich mit der Provinz Lüttich.
1.100.000 Einwohner, davon wohnen 75.000 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
730.000 Katholiken, von denen sich viele in ihrem Umfeld für die Mitmenschen und die Kirche engagieren (Schulen, Hilfsorganisationen, Pflege- und Gesundheitseinrichtungen).

2. Klerus, Pfarrassistenten und Pastoralanimatoren

342 Priester (darunter 13 Dechante und 71 Pfarrer); 64 ständige Diakone; 38 Pfarrassistenten, mehrere hauptamtliche Pastoralanimatoren und sehr zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter.

3. Ordensleute

120 Männer und 375 Frauen

4. Pastoralstrukturen

a) 1 Generalvikar, 4 Bischofsvikare, 1 Bischofsdelegierter, 3 Bischofsdelegierte, sowie diözesane Fachbereiche
b) 71 Pfarrverbände, davon 9 in der DG, mit 552 Pfarrgemeinden
c) 13 Dekanate, davon 2 deutschsprachige
d) Seelsorgeteams in Kliniken, Altenheimen und Gefängnissen

5. Katholische Schulen

a) +/- 150 Grundschulen mit mehr als 36 500 Schülern.
b) 62 Sekundarschulen mit 45 000 Schülern.
c) 16 Schulen für differenzierten Unterricht.

6. Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen

Rund 50% im Grundschulwesen und rund 30% im Sekundarschulwesen wählen den katholischen Religionsunterricht.

7. Soziale und karitative Einrichtungen und Einsatzbereiche:

Caritas; Dabei; Miteinander Teilen; Missio; Vinzenzvereine; usw.

8. Deutschsprachiges Gebiet

a) Mehrheitlich katholisch; ebenfalls eine evangelische und orthodoxe Gemeinschaft.
b) Der Gottesdienstbesuch liegt höher als im Übrigen Bistum.
c) Der Bischofsvikar, Emil Piront, wird unterstützt von zwei Dechanten und dem Seelsorgerat.

9. Wallfahrtsort Banneux

Pilgerort seit 1933 (Erscheinungen der Jungfrau der Armen).
Seelsorgeteam für +/- 500 000 Pilger verschiedener Sprachen pro Jahr.

10. Zahlreiche Bibelgruppen, Gebetskreise und seit der Adventszeit 2017 auch mehrere Lectio Divina-Gruppen

[Infos zur Kirche Ostbelgien in Bearbeitung.]

11. Katholischer Rundfunk

a) im französischsprachigen Raum: RCF Lüttich (93.8 FM)
b) christliche Sendungen auf BRF2: « Glaube und Kirche » und « Das Abendgebet – Eine Meditations- und Gebetszeit » (Lüttich 91,0 FM – Amel 104,1 FM – Eupen 98,4 FM – Lontzen 93,2 FM – Raeren 105,9 FM )

12. Ökumene

Die ökumenische Zusammenarbeit der verschiedenen Konfessionen hat in der Diözese und in Ostbelgien einen hohen Stellenwert und wird jährlich u.a. durch die « Gebetswoche zur Einheit der Christen » vom 18. bis 25. Januar unterstrichen.

13. Allgemeine Überlegungen

Die Bevölkerung ist wie überall in Westeuropa geprägt von der Wohlstandsgesellschaft und zugleich von der derzeitigen Wirtschaftskrise.

Gottesdienstbesuch ist noch immer rückläufig. Ausgeprägte Gleichgültigkeit gegenüber dem Glauben und gleichzeitig Erneuerung in gewissen Kreisen.

Laien arbeiten gut mit in der Seelsorge (Katechese, Liturgie, Solidarität).

Die Krise der Stahlindustrie in Lüttich mit der kompletten Schliessung der Warmwalzbranche zu Beginn der 2000er und zahlreicher Standortschliessungen der Kaltwalzbranche in den Jahren 2012 bis 2014 hatte schwerwiegende Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit und die Stimmung in der Region.

Die Diözese / die Provinz Lüttich hat im Laufe der letzten Jahrzehnte viele Migranten aufgenommen. Im Laufe der 20ger Jahre dieses Jahrhunderts wurden mehrere Familien aus Syrien willkommen geheißen.

Einige „Baustellen“

a) Schaffung der Pfarrverbände, der Kontaktgruppen und Pastoralteams.
b) Kirche vor Ort in Kliniken, Altenheimen und Gefängnissen.
c) Krankenbesuchsdienst in vielen Pfarren
d) Jugend

Sie bereitet viele Sorgen und fordert heraus. Punktuelle Initiativen wie Weltjugendtag, Taizé, Fastenmarsch…
Jugendbewegungen finden noch regen Zuspruch.
Dominikaner nehmen Studentenseelsorge wahr.

e) Katechese

Nimmt großen Platz in der Pfarrseelsorge ein. Seit 2004 gibt es ein diözesanes katechetisches Projekt, das vor allem die Bedeutung der Erwachsenenkatechese hervorhebt.
Nach zweijähriger Vorbereitungsphase und im Anschluss an die Katechese-Tagung der französischsprachigen Pfarrverbände im September 2017, hat Bischof Jean-Pierre Delville am 16. März 2018 in der Kathedrale von Lüttich die Leitlinien und den Aktionsplan für « eine erneuerte Katechese » verkündet, die auch weiterhin den Bedürfnissen entsprechend aktualisiert werden.
In der Sakramentenvorbereitung sind zahlreiche Laien engagiert.

f) Liturgie

Sie spielt eine ganz wichtige Rolle im Leben der Pfarren und Christen.
Sonntagsmessen werden zahlenmäßig reduziert wegen dem Mangel an Priester und Gläubigen. So ergibt sich die Möglichkeit an weniger Orten mehr Christen zu versammeln.
Die Begräbnisfeiern werden mehr und mehr ohne Eucharistie gestaltet. Auch ausgebildete Laien übernehmen den Leitungsdienst.

g) Ausbildungszentrum : Sitz in Lüttich mit „Ableger“ in der DG (AKE und AHS).

h) Kontaktgruppen und Pastoralteams

II. Geschichtlicher Überblick

Die Diözese Lüttich ist die älteste Diözese Belgiens. Die Geschichte der Diözese reicht bis ins 4. Jahrhundert zurück. Zu der Zeit lebte der heilige Servatius, Bischof von Tongeren, am damaligen Bischofssitz, bevor dieser dann für einen gewissen Zeitraum nach Maastricht verlegt wurde. In den Chroniken ist nachzulesen, dass der heilige Servatius 343 am Konzil von Sardika und 346 am Konzil von Köln teilnahm.

Es war der heilige Hubertus (geboren zwischen 656 und 658, gestorben 727), der die Reliquien des heiligen Lambertus zwischen 715 und 720 von Maastricht nach Lüttich zurückbrachte, wo letzterer 705 ermordet wurde. Die Reliquien wurden dann in einem Martyrium installiert, Vorläufer der Kathedralen.

Die Verlegung des Bischofssitzes nach Lüttich erfolgte um das Jahr 800 auf Initiative Karls des Großen, der mehrmals Gelegenheit hatte, die Bedeutung, die Lüttich auf spiritueller Ebene erlangt hatte, mit eigenen Augen zu sehen. Das Martyrium wurde daraufhin in den Rang einer Kathedrale erhoben. Seither spricht man vom Bistum Lüttich.

Von 985 bis zur Revolution von 1789 war Lüttich die Hauptstadt eines mächtigen kirchlichen Fürstentums. Bis 1967 umfasste die Diözese die Provinzen Lüttich und Limburg. Im selben Jahr wurde der Limburger Teil in die Diözese Hasselt umgewandelt. Momentan stimmen die Grenzen der Provinz Lüttich mit denen der Diözese überein.

Am 21. April 1991 sprach Papst Johannes Paul II. Mutter Marie-Thérèse Haze, die 1833 in Lüttich die Kongregation der Töchter des heiligen Kreuzes gründete, selig.