Dekret ÜBER DEM Katechumenat

 Can. 788 § 3 CIC

Es ist Sache der Bischofskonferenz, Statuten zu erlassen, um den Katechumenat zu ordnen, indem sie die Anforderungen an die Katechumenen und ihre Rechte festlegt.

1. Wer 14 Jahre alt ist und in der Kirchenprovinz Belgien getauft werden will, muss dem Weg des Katechumenats folgen, wie er im Rituale der kirchlichen Eingliederung von Erwachsenen, vom Kirchenrecht (Can. 206, 788, 1170, 1183 §1 CIC) und im Katechismus der katholischen Kirche (Nr. 1229-1233, 1247-1249) festgelegt ist. Beim liturgischen Eintritt in die kirchliche Gemeinschaft durch die Zulassung zum Katechumenat (Rituale der Aufnahme von Erwachsenen in die kirchliche Gemeinschaft, Nr.14-15, 18) wird der Taufkandidat zum Katechumenen.

2. Der Eintritt eines Kandidaten in den Katechumenat wird dem Bischof (und seinem Delegierten für den Katechumenat) zur Kenntnis gebracht. Sein Name wird in ein vom Diözesandienst für den Katechumenat geführtes Register eingetragen (vgl. Can. 788 §1).

3. Wenn sich ein Kandidat gemeldet hat, wird der Pfarrer seine Begleitung einem Christen anvertrauen, der für die Begleitung von Katechumenen ausgebildet ist. Beim Eintritt in den Katechumenat bildet die Begleitperson, in Absprache mit dem Pfarrer, ein kleines Team von Gläubigen um den Kandidaten. Gemäß dem Fortschritt des Taufanwärters auf seinem Glaubensweg wird der Katechumene schrittweise in die örtliche christliche Gemeinschaft eingeführt.

4. Katechumenen haben durch ihre Einschreibung in den Katechumenat das Recht, zur Liturgie des Wortes Gottes und zu anderen liturgischen Feiern zugelassen zu werden, die nicht den Getauften vorbehalten sind. Sie können bei der Eucharistiefeier anwesend sein, ohne jedoch aktiv daran teilzunehmen. Sie haben das Recht, Segen (Can. 1170 CIC) und bestimmte Sakramentalien (Aschenkreuz, Kerzen, Palmzweige, Skapuliere, Medaillen und Kruzifixe) zu erhalten; ebenso haben sie das Recht auf kirchliche Bestattung (can. 1183 § 1 CIC und Can. 875, Östliches Kirchenrecht CCEO); das Recht, wie jede getaufte Person rechtliche Schritte einzuleiten (Can. 1476 CIC und Can. 1134 CCEO); sie können sich – gemäß den Bestimmungen der Statuten (Can. 307 CIC und Can. 578 CCEO) – Vereinigungen oder Bewegungen des Apostolats anschließen; das Recht, sich in der lateinischen Kirche oder in einer orientalischen sui juris-Kirche einzuschreiben (Can. 588 CCEO); das Recht, die Taufe zu empfangen, wenn dies von jenen beantragt wird, die ordnungsgemäß darauf vorbereitet sind (Can. 865 §1 CIC und Can. 682 §1 CCEO). Wenn eine Ehe zwischen zwei Katechumenen oder zwischen einem Katechumenen und einer getauften Person geschlossen wird, werden die Vorschriften des Ordo Celebrandi Matrimonium befolgt.

5. Es ist Sache des Bischofs, die Taufe des Katechumenen zu erlauben. Zu diesem Zweck wird der Katechumene vor der entscheidenden Berufung einen Brief an den Bischof oder seinen Delegierten schreiben. Bei seinem Unterscheidungsprozess wird der Bischof anhand dieses Schreibens und / oder anhand eines persönlichen Gesprächs mit dem Kandidaten und nach Rücksprache mit den Begleitpersonen des Katechumenen entscheiden.

6.1. Die Zeitabschnitte und Riten des Katechumenats müssen gemäß den Vorgaben des Rituals eingehalten werden.
Der Eintritt in dem Katechumenat erfolgt, wenn der Kandidat bereit ist. Wenn es als wünschenswert erachtet wird, kann dies zu Beginn eines neuen Pastoraljahres, einer Gemeinschaftsaktivität oder am ersten Adventssonntag vorgeschlagen werden.
6.2. Der zweite Zeitabschnitt zwischen Eintritt und der Einschreibung, d.h. der offiziellen Aufnahme, dauert normalerweise mindestens ein Jahr, so dass der Katechumene an einem ganzen liturgischen Jahr teilgenommen hat und genügend Zeit für die Bekehrung und Reifung hatte. Die offizielle Aufnahme erfolgt in einer liturgischen Feier am ersten Fastensonntag.
6.3. Während der Fastenzeit ist an mehreren Sonntagen ein dem Katechumenat eigener Ritus vorgesehen, insbesondere drei Befragungen (Skrutinien), die auf den Evangelien des liturgischen Jahres A beruhen, die Übergabe des Glaubensbekenntnisses (Credo) und des Vaterunsers.

7. Die Eingliederungssakramente werden während der Osternacht gespendet. Drei Modelle sind möglich:
– Feier der Taufe, Firmung und Eucharistie durch den Bischof in der Kathedrale oder in einer anderen Kirche;
– Feier der Taufe, Firmung und Eucharistie durch den Pfarrer oder den dazu vom Diözesanbischof in der Pfarre des Katechumenen delegierten Priester;
– Feier der Taufe und Erstkommunion in der Osternachtsfeier durch einen Priester oder Diakon in der Pfarre des Katechumenen, gefolgt von der Firmung durch den Bischof in der Kathedrale zu Pfingsten.

8. Nach der Feier der Aufnahmesakramente in der Osternacht ist eine „mystagogische“ Zeit bis Pfingsten vorgesehen. Der Neugetaufte wächst in dieser Zeit weiter in die Liturgie und die kirchliche Gemeinschaft hinein. Im ersten Jahr erhalten die Neugetauften weiterhin die besondere Aufmerksamkeit der Mitchristen.

9. Der Diözesanbischof ist der ordentliche Spender der Erwachsenentaufe und der Firmung, auch wenn er einen Weihbischof bzw. einen Priester für diese Aufgabe oder einen Diakon für die Taufe bezeichnen kann. « Die Taufe von Erwachsenen, zumindest von Personen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, wird dem Diözesanbischof vorbehalten, damit er sie persönlich spendet, wenn er es für richtig hält » (Can. 863 CIC). Falls der Bischof einen Weihbischof oder einen Priester für die Taufe eines Erwachsenen beauftragt, hat dieser das Recht, der betroffenen Person auch die Firmung zu spenden (vgl. Can. 883, 2° CIC).

10. Für die konkrete Organisation des Katechumenats gemäß den Anforderungen des Rituals ist die Diözese zuständig, mit Ausnahme dessen, was der Bischofskonferenz vorbehalten ist. Jede Diözese bzw. jedes Vikariat unserer Kirchenprovinz hat diesbezüglich einen Diözesan- oder Vikariats-Dienst für den Katechumenat, dessen verantwortliche Person vom Bischof ernannt wird. Auf interdiözesaner Ebene obliegt die Zuständigkeit in Fragen des Katechumenats der jeweils zuständigen interdiözesanen Kommission für Katechese, die ihrerseits die Verbindung zu den zuständigen interdiözesanen Liturgiekommissionen herstellen kann.

11. Wenn Zweifel darüber bestehen, ob die Ehe oder andere Lebensumstände eines Katechumenen einer Taufe im Weg stehen, trifft der Bischof nach Abwägung der objektiven und subjektiven Faktoren eine endgültige Entscheidung « auf der Grundlage einer pastoralen Unterscheidung, die an das geistliche Wohl (des Kandidaten) angepasst ist » (Amoris Laetitia, Nr. 249). Offenheit und Transparenz seitens des Katechumenen selbst sind deren Voraussetzung.

12. Von diesem Dekret kann in Ausnahmefällen abgewichen werden, wenn die pastorale, zivile oder menschliche Situation des Bewerbers dies erfordert. In solchen Fällen entscheidet der Diözesanbischof.

Dieses Dekret tritt zu Beginn des Pastoraljahres 2020-2021, am 1. September 2020, in Kraft.

Mechelen, 13. Februar 2020, am Tag der Zusammenkunft der belgischen Bischofskonferenz.

+ Jozef De Kesel                               + Guy Harpigny                     + Luc Van Looy
Erzbischof von Mechelen-Brüssel     Bischof von Tournai               Apostol. Adm. Bistum Gent

+ Patrick Hoogmartens                      + Johan Bonny                       + Jean-Pierre Delville
Bischof von Hasselt                           Bischof von Antwerpen         Bischof von Lüttich

+ Lode Aerts                                     + Pierre Warin                        + Lode Van Hecke
Bischof von Brügge                           Bischof von Namür                Bischof von Gent

PDF-Fassung des Dekretes