Botschaft des Bischofs von Lüttich zum Ministerialdekret vom 17. April 2020

Liebe Mitpriester und Diakone,

Liebe Seelsorger,

Ich wünsche Ihnen einen schönen Weißen Sonntag oder Sonntag der Barmherzigkeit. Nachdem wir Ostern und die Karwoche im engsten Kreis gefeiert haben, müssen wir feststellen, dass wir auf diese Weise auf unbestimmte Zeit weiter verfahren und erst sehr langsam zur normalen religiösen Praxis zurückkehren werden.

Die Bischöfe achten sehr darauf und auch der Bischofsrat von Lüttich. Der für den 24. April geplante Nationale Sicherheitsrat wird uns helfen, ein klareres Bild zu bekommen, die Aktivitätseinschränkungen zu planen und realisierbare Alternativen zu finden. In der Zwischenzeit lade ich alle ein, geduldig zu sein, um die barmherzige Liebe, die Gott uns zeigt, in unserer Welt zu verbreiten.

Dies gilt insbesondere für Familien, die von der Trauer um ein Familienmitglied betroffen sind, für Menschen, die in Pflegeheimen leben oder arbeiten, für Priester und Seelsorger, die Hinterbliebene begleiten und Beerdigungen in kleinen Gruppen feiern, für Krankenhausseelsorger und ihre Teams, für Betreuer und Pflegekräfte auf allen Ebenen, für diejenigen, die einen riskanten Beruf ausüben. Lasst uns die Sicherheitshinweise beachten, gewöhnen wir uns an das Tragen einer Schutzmaske wo Notwendigkeit herrscht und lasst uns vor allem den Glauben an den auferstandenen Christus in unserem Herzen tragen, der trotz allen Anscheines unter uns ist: « Selig sind, die nicht sehen und doch glauben » (Johannes 20,29).

Nachfolgend finden Sie die neuesten ministeriellen Richtlinien für religiöse Feiern.

Im Gebet vereint.
+ Jean-Pierre Delville

Ministerialdekret vom 17. April

Mit dem Ministerialdekret vom 17. April 2020 wird dem Ministerialdekret vom 3. April ein Absatz über religiöse Feierlichkeiten hinzugefügt:

Art. 5.6, zugelassen sind, ungeachtet des ersten Absatzes zum „Verbot religiöser Aktivitäten“:

  • Beerdigungen, jedoch nur in Anwesenheit von maximal 15 Personen mit Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 m zwischen jeder Person und ohne Aufbahrung des Leichnams.
  • Standesamtliche Trauungen, jedoch nur in Anwesenheit des Brautpaares, der Trauzeugen und des Standesbeamten.
  • Kirchliche Trauungen, jedoch nur in Anwesenheit des Brautpaares, der Trauzeugen und des Zelebranten (MD 3/4/2020).
  • Religiöse Zeremonien, die mit der Absicht aufgezeichnet werden, sie über alle verfügbaren Kanäle zu verbreiten, und die nur mit maximal 10 Personen, einschließlich der für die Aufzeichnung verantwortlichen Personen, stattfinden, wobei der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen jeder Person eingehalten und der Ort der Zeremonie während der Aufnahme für die Öffentlichkeit geschlossen werden muss (MD 17/4/2020).